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Hospiz Schussental ist offiziell eröffnet

Geistliche segnen Räume in Ravensburg – Erste Gäste kommen am Montag

RAVENSBURG - Mit einer Einweihungsfeier und der Segnung der Räumlichkeiten ist am Donnerstagabend das Hospiz Schussental im Gebäude des Kinderkrankenhauses Sankt Nikolaus in Ravensburg eröffnet worden. Die ersten zwei Hospizgäste werden am Montag erwartet, weitere folgen Ende der Woche. Voraussichtlich im Februar sollen alle acht Hospizplätze belegt sein.

"Heute ist ein Freudentag", sagte Alexander Ivanovas von der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg in seiner Rede. Die Bürgerstiftung war von Anbeginn eine der treibenden Kräfte in Sachen stationäres Hospiz in Ravensburg. Laut Ivanovas sei das Wort "Hospiz" vor rund zwei Jahren das erste Mal gefallen. "Seither haben wir daran gearbeitet", so Ivanovas. Gemeinsam mit der Sankt-Elisabeth- Stiftung, der Trägerin des Hospizes, hat die Bürgerstiftung die anfängliche Idee weiterentwickelt und schließlich Wirklichkeit werden lassen - mit der finanziellen Unterstützung zahlreicher Spender.

Lob für die Bürger

Dieser gesellschaftliche Einsatz und die Zusammenarbeit vieler wurde dann auch von Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp gelobt: "Das Hospiz baut auf bürgerschaftliches Engagement", sagte er. Und: "Der Wert einer Stadt bemisst sich daran, wie die Gemeinschaft mit den Sterbenden umgeht." Das stationäre Hospiz sei deshalb eine "Win-win-Situation für alle".

Das Hospiz, das im zweiten und dritten Obergeschoss des Kinderkrankenhauses liegt und in dessen Umbau die Sankt-Elisabeth-Stiftung knapp eine Million Euro investiert hat, ist nach dem Hospiz in Wangen das zweite im Landkreis Ravensburg. "Mit den neun Plätzen in Wangen und den acht in Ravensburg haben wir nun eine ausgewogene regionale Verteilung", meinte Franz Baur, Dezernatsleiter und Kämmerer des Landkreises. Er nannte die beiden Hospize "ein wichtiges Element der Versorgung von Sterbenden".

Annemarie Strobl, Vorstandsvorsitzende der Sankt-Elisabeth-Stiftung, betonte, dass alle Sterbenden - ungeachtet ihrer Religion und Abstammung - willkommen seien. "Hier können die Menschen in Würde und Geborgenheit Abschied nehmen", sagte sie. Für Strobl ist ein Hospiz der "Gegenpol von Sterbehilfe", nämlich die "Hilfe zum Leben". Dass im Krankenhaus St. Nikolaus fortan Jung und Alt aufeinanderträfen, stelle keinen Widerspruch dar. "Es ist ein guter Ort für alle", so die Stiftungsvorsitzende.

Ähnlich sah das auch Domkapitular Paul Hildebrand. "Sowohl Kinder als auch das Leben sind ein Geschenk Gottes - beides liegt in seiner Hand", sagte er. Gemeinsam mit Krankenhauspfarrerin Irene Palm segnete der Domkapitular die neuen Räumlichkeiten.

Quelle: Schwäbische Zeitung